Mit der GL 1800 ist Honda der Gold-Wing Tradition treu geblieben, doch die Japaner haben ihr Flaggschiff in vielen Bereichen erheblich verbessert. Allein der Motor gehört mit zu den Besten, die je bei Motorrädern eingesetzt wurden. Der wassergekühlte Sechzylinder-Viertakt-Boxer- Motor mit längsliegender Kurbelwelle arbeitet mit zwei Ventilen pro Zylinder und hat eine Nennleistung von 87 kW (118 PS). Für das enorme Drehmoment von 167 Nm benötigt der Motor nur 4000 U/min. Die elektronische Saugrohreinspritzung ermöglicht auch die Verwendung eines geregelten Katalysators. Zur Verbrennung benötigt er für 100 Kilometer ca. 7 Liter Normalkraftstoff und damit reicht der Tankinhalt von 25 Litern für mehr als 300 Kilometer. Um ein besseres Rangieren zu ermöglichen, gibt es einen Rückwärtsgang, der über Knopfbetätigung am Lenker eingelegt wird. Honda GL 1800 GoldWing EML-Trike Das gesamte EML-Martinique-Trike ist auf Luxus und Komfort ausgelegt. Chefsessel und Soziussofa bilden die wohl bequemste Sitzbank der Welt. Das Cockpit mit seiner gesamten Instrumentierung, den Schaltern und Knöpfen, verwirrt nur im ersten Augenblick. Die Instrumente und Schalter der Gold-Wing sind übersichtlich und durchdacht angebracht. Besonders erfreulich ist die gut funktionierende automatische Blinkerabschaltung. Für den Verschluss der Koffer gibt es eine Zentralverriegelung mit einer Fernbedienung, bei der sich der zusätzliche Kofferraum auch getrennt öffnen und schließen lässt. Und sollte mal ein Fach oder ein Koffer nicht geschlossen sein, dann informiert das Display über diesen Zustand. Ein großer und gut zu bedienender Drehknopf unterhalb des linken Faches in der Verkleidung ermöglicht die Scheinwerfer-Vertikaleinstellung entsprechend der jeweiligen Beladung. EML verwendet für den Antrieb der beiden Hinterräder eine besondere Achskonstruktion aus nahtlosen Chrom-Molybdän-Stahlrohren und geht bei der Radaufhängung einen neuen Weg mit einer halbunabhängigen Aufhängung, dem Torosionssystem und zwei hydraulisch vorspannbaren Stoßdämpfern. Der Kraftschluss zu den Rädern erfolgt über ein Differenzialgetriebe. Diese Antriebsart ergibt im Trike zwei Vorteile. Zum einen werden die Nachteile von Starr- oder Einzelradaufhängung egalisiert und zum anderen ergibt sich Platz für einen Kofferraum mit einer Größe von 145 Litern. 16 Zoll Aluräder, in bildschöner Italo-Optik, tragen Reifen in der Größe 215/65 R 16. Gebremst werden die Hinterräder hydraulisch über 4-Kolbenzangen. Eine abschließbare Feststellbremse, natürlich mit Display-Warnleuchte, wirkt auf beide Räder. Das Vorderrad wird von einer EML-Gabel geführt, die speziell für Trikebetrieb konstruiert wurde und den Namen „ExtensoDive” führt. Die Gabel, mit sichtbaren Dämpferfedern, ist eine optimale Kombination aus Technik und Optik. Das 14” EML-Rad ist mit 165/65R14 bereift. Die Originalbremse von Honda übernimmt die Verzögerungsaufgaben. Doch alle technischen Feinheiten dieses Luxusschiffes können hier nicht erwähnt werden. Nach dem Druck aufs Starter- knöpfchen läuft der Sechszylinder sofort rund, und eine saubere Gasannahme ist von Beginn an gewährleistet. Das Trike hat trotz seiner Größe ausgesprochen gute Fahreigenschaften, ist sehr handlich und bleibt sauber in der Spur. Es folgt allen Lenkeingaben präzise und ist mit kaum einem anderen Fahrzeug zu vergleichen. Ein solches Trike ist sicher kein „Um-die-Kurven-wetz-Gerät” ist. Wird die Drehzahl kräftig erhöht, dann ertönt ein Sound, der an einen Chevy V8 oder Porsche erinnert. Url Günter Pfeifer